Ziele und Forderungen

Präambel des deutschen KirchenVolksBegehrens

„Gemeinsam mit dem österreichischen KirchenVolksBegehren und gleichgerichteten Initiativen in anderen Ländern rufen wir das Kirchenvolk, alle Laien, Priester, Ordensleute und Bischöfe dazu auf, sich für längst überfällige Reformen in der katholischen Kirche einzusetzen.

Wir hoffen auf eine intensive Diskussion und auf die schrittweise Umsetzung der Forderungen des Kirchenvolksbegehrens, damit den Menschen der Zugang zum Kern der christlichen Botschaft und zur Kirche auch im kommenden Jahrtausend ermöglicht wird.

Das KirchenVolksBegehren soll im Geiste des 2. Vatikanischen Konzils und der „Gemeinsamen Synode der deutschen Bistümer“ die vorhandenen Dialogprozesse und Initiativen zusammenführen, unterstützen und voranbringen, damit die katholische Kirche ihre Aufgaben in der weltweiten Ökumene wahrnehmen kann.“


1. Aufbau einer geschwisterlichen Kirche
  • Gleichwertigkeit aller Gläubigen, Überwindung der Kluft zwischen Klerus und Laien. (Nur so kann die Vielfalt der Begabung und Charismen wieder voll zur Wirkung kommen.)
  • Mitsprache und Mitentscheidung der Ortskirche bei Bischofsernennungen. (Bischof soll werden, wer das Vertrauen des Volkes genießt.)

2. Volle Gleichberechtigung der Frauen
  • Mitsprache und Mitentscheidung in allen kirchlichen Gremien
  • Öffnung des ständigen Diakonats für Frauen
  • Zugang der Frauen zum Priesteramt (Die Ausschließung der Frauen von kirchlichen Ämtern ist biblisch nicht begründbar. Auf den Reichtum an Fähigkeiten und Lebenserfahrungen von Frauen kann die Kirche nicht länger verzichten. Dies gilt auch für Leitungsämter.)

3. Freie Wahl zwischen zölibatärer und nicht-zölibatärer Lebensform
  • (Die Bindung des Priesteramtes an die ehelose Lebensform ist biblisch und dogmatisch nicht zwingend, sondern geschichtlich gewachsen und daher auch veränderbar. Das Recht der Gemeinden auf Eucharistiefeier und Leitung ist wichtiger als eine kirchenrechtliche Regelung.)

4. Positive Bewertung der Sexualität als wichtiger Teil des von Gott geschaffenen und bejahten Menschen
  • Anerkennung der verantworteten Gewissensentscheidung in Fragen der Sexualmoral (z.B. Empfängnisregelung)
  • Keine Gleichsetzung von Empfängnisregelung und Abtreibung
  • Mehr Menschlichkeit statt pauschaler Verurteilungen (z.B. in bezug auf voreheliche Beziehungen oder in der Frage der Homosexualität)
  • Anstelle der lähmenden Fixierung auf die Sexualmoral stärkere Betonung anderer wichtiger Themen (z.B. Friede, soziale Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung...)

5. Frohbotschaft statt Drohbotschaft
  • Mehr helfende und ermutigende Begleitung und Solidarität anstelle von angstmachenden und einengenden Normen
  • Mehr Verständnis und Versöhnungsbereitschaft im Umgang mit Menschen in schwierigen Situationen, die einen neuen Anfang setzen möchten (z.B. wiederverheiratete Geschiedene, verheiratete Priester ohne Amt), anstelle von unbarmherziger Härte und Strenge

Zuletzt geändert am 20­.01.2012